Markus Schulte-Lünzum



Mountainbiker Markus Schulte-Lünzum ist Profi-Sportler und studiert Sales Engineering and Product Management an der RUB.

Who is Who
Persönlichkeiten an der RUB

Meisterhaft über Stock und Stein

Wenn Markus Schulte-Lünzum nicht im Hörsaal sitzt, tritt er in die Pedale. Der Mountainbiker ist in der Klasse der unter 23-Jährigen amtierender Deutscher Meister und derzeit auf Platz 3 im Gesamtweltcup. An der Ruhr-Uni studiert er seit eineinhalb Jahren Sales Engineering and Product Management. Nach seiner Zeit als Profi-Sportler kann er sich gut vorstellen, als Vertriebsingenieur Karriere zu machen.

„Schönwetter-Fahrer“
Sprint oder Marathon – wie beim Skisport gibt es auch beim Mountainbiken mehrere Disziplinen. Sie unterscheiden sich nach Geschwindigkeit, Streckenlänge und Geländeform: Bei „Downhill“ geht es steil bergab, bei „Cross Country“ querfeldein. Letzteres ist seit 1996 die einzige olympische Mountainbike-Disziplin. Diese Rundstrecken seien „mit Stock und Stein vom Allerfeinsten“, so Markus Schulte-Lünzum. Wie viele Kilometer er im Jahr insgesamt erstrampelt, weiß er spontan erstmal nicht, eine schnelle Hochrechnung ergibt aber rund 20.000 Kilometer pro Jahr. Das ist - Pi mal Daumen - einmal vom Nordpol bis zum Südpol, reine Luftlinie. Sich selbst bezeichnet er als „Schönwetter-Fahrer“. Das beste Gefühl sei zu wissen, dass man in einem Wettkampf alles gegeben habe.

Keine Kompromisse
Ich bin auf ein funktionierendes Mountainbike angewiesen“, sagt Markus Schulte-Lünzum. „Da gibt es keine Kompromisse, die Technik entscheidet oft über Sieg oder Niederlage.“ Bei Rennen sind die Mechaniker von seinem Team „Focus XC Elite Team“ dabei. Ist er zuhause, putzt und schraubt er gerne auch eigenhändig an seinen sechs Bikes. Die Lust am Radeln entdeckte er schon als Kind. Nach dem Abitur entschied er sich für den Profisport. Schon im Jahr 2008 fuhr der heute 21-Jährige seine erste Junioren-WM. „Ich war super aufgeregt“, berichtet er. „Dort traf ich auf Vollprofis, die kurz vorher noch auf Postern über meinem Bett echte Idole für mich waren.“ Das Duell auf Augenhöhe vor internationalem Publikum habe er aber dann sehr genossen.


Mit dem Weltcup um den Globus
Er trainiert in den Alpen und auf Mallorca, aber selbstverständlich auch gerne zuhause auf den flachen Straßen rund um Haltern am See. Dort ist er allerdings nur selten. Im Sommer stehen fast jedes Wochenende Rennen auf dem Programm, allein 2012 führte in der Weltcup innerhalb weniger Monate nach Südafrika, Belgien, Frankreich, Kanada, in die USA und nach Tschechien. „Man kommt richtig rum“, sagt Markus Schulte-Lünzum. Und treffe dabei viele nette Menschen. „Wir Mountainbiker sind wie eine große Familie.“ Es könne sein, dass der Grund dafür im entspannten Miteinander läge. Die Rivalität sei in anderen Sportarten viel extremer. Interessant ist in diesem Zusammenhang auch, dass Mountainbiker häufig und gerne gemeinsam Kaffe trinken, wie Markus Schulte-Lünzum im Interview verrät.

Ziel: Olympia 2016 in Brasilien
Nicht nur im Sport kommt ihm seine Zielstrebigkeit zu Gute. „Sich Ziele zu setzen, den richtigen Weg zu finden – das ist auch im Studium wichtig.“ Momentan ist er wenig an der Uni und weiß schon jetzt, dass sein Studium wohl länger dauern wird. Gerade kommt er aus dem Trainingslager in Italien, die nächsten Klausuren stehen an: Trainieren, lernen, trainieren – die Karriere als Profisportler und das Studium an der RUB fordern ihren Tribut. Freizeit bleibt da wenig. „Entspannend ist es schon, wenn ich einfach mal zu Hause bin, Freunde sehe oder die Füße hochlege.“ Und spätestens dann findet Markus Schulte-Lünzum Zeit an sein nächstes großes Ziel zu denken: Die olympischen Sommerspiele 2016 in Rio de Janeiro!

Fotos Mitte: © Ego-Promotion, Portrait: © Focus Team

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