Sandra



ist 23 und studiert seit 2010 Mathematik an der RUB mit Maschinenbau als Nebenfach. Nun verbringt sie ein Semester in Vietnam.

Bis Ende August studiert sie Computational Engineering an der Vietnamese-German-University (VGU), wo sie ihrer Vertiefungsrichtung in angewandter Mechanik nachgeht.

Wir reisen von der RUB bis ans Ende der Welt
Globetrotter im Auftrag der Wissenschaft

Rückblick auf ein Semester in Ho-Chi-Minh-Stadt:


"Die Zeit in Vietnam war eine super Erfahrung. Die anfänglichen Sorgen, die man sich vor so einer Reise macht, haben sich als vollkommen unberechtigt erwiesen. So habe ich zum Beispiel, obwohl ich mich eigentlich als nicht sehr begabt in Englisch einschätze, richtig Freude daran entwickelt, mit meinen Kommilitonen auf Englisch zu reden. Außerdem ist es mir viel leichter gefallen neue Bekanntschaften zu machen und mich an die Lebensweise in Vietnam zu gewöhnen, als ich vor Antritt der Reise gedacht hätte.

Zum Schluss habe ich die Vorzüge von beiden Ländern, Vietnam und Deutschland, zu schätzen gelernt. In Vietnam hat man z.B. ein riesiges Angebot an kleinen Straßen-Cafés und auf den Straßen ist immer was los, dafür kann man in Deutschland auch mal einen ruhigen Spaziergang machen, ohne dass man gleich von zehn Rollerfahrern angehupt wird, weil es oft keine richtigen Gehwege gibt. Auch im Unialltag haben die beiden Länder ihre Vorzüge. So fällt es einem in den kleinen Klassen in Vietnam leichter sich auf die Vorlesung zu konzentrieren, als in den riesigen Hörsälen in Deutschland. Wer allerdings lieber in der hinteren Reihe sitzt und die Anonymität der vollen Hörsäle genießt, könnte in Vietnam seine Schwierigkeiten haben.


Mein Uni-Alltag in Vietnam:

Klasse-compeng2013

Allgemein muss man als Deutscher in Vietnam auf Anonymität verzichten. Jeder redet über die deutschen Neuankömmlinge, von denen es außer mir noch zwei in der Zeit gab, in der ich in Vietnam war. Ist die Kleidung anders? In welche Klasse geht er/sie? Wer sind die neuen Freunde?, u.s.w.. Wenn dann noch die Leute auf den Straßen, die einem „Hello“ und „Whats your name“ hinterherrufen dazukommen, lernt man was es heißt, aufzufallen.

Insgesamt werde ich mich gerne an die Zeit in Vietnam zurückerinnern. Natürlich besonders an die tollen Leute da, und die Ausflüge, die ich mit ihnen unternommen habe. Aber auch an so banale Sachen, wie das essen, oder immer mit Flip Flops rumzulaufen. Die knapp vier Monate sind letztendlich viel schneller um gegangen als ich gedacht hätte. Ich hoffe, dass ich noch einmal die Chance haben werde, so eine Reise zu machen und neue Erfahrungen zu sammeln."


Ausflüge in den Norden Vietnams

"In den letzten zwei Wochen habe ich den Norden Vietnams erkundet. Dazu gehörte natürlich der Besuch der Hauptstadt Vietnams Hanoi. In einem imposanten Mausoleum direkt neben dem ehemaligen Wohnhaus ruht der frühere Präsident Vietnams Ho-Chi-Minh (von den Vietnamesen liebevoll auch Onkel Ho genannt), welcher in Vietnam als Nationalheld verehrt wird. In Hanoi hatte ich ein Hotel direkt in der Altstadt, in welcher man gut ein paar Souvenirs kaufen oder abends ein Bier trinken gehen konnte. Genau wie in Saigon wird man hier als Ausländer von allen angesprochen. Sei es um etwas von dem großen Angebot an Obst und Getränken, die man am Straßenrand kaufen kann, anzubieten, oder um einfach nur die Gelegenheit zu nutzen ein paar Wörter Englisch zu sprechen. Dabei lernt man immer wieder interessante Leute kennen, wie zum Beispiel eine Cafe-Besitzerin, welche in den 70ern für 5 Jahre in der damaligen DDR gelebt hatte und noch immer etwas Deutsch sprechen konnte."



Die Halong-Bucht


Zu meinen Zielen im Norden Vietnams gehörte natürlich auch ein Besuch der bei Touristen sehr beliebten Halong-Bucht. Diese besteht aus einer Ansammlung von hunderten kleinen Inseln nahe der vietnamesischen Küste, welche mit steilen Felswänden als dem Wasser ragen und teilweise über und über mit Pflanzen bewachsen sind.



Selbst außerhalb der Saison sieht man hier zahlreiche Boote, welche die einzelnen Stationen der Tour abklappern, zu denen eine Höhlenbesichtigung, eine kurze Kanufahrt und die Besichtigung eines schwimmenden Dorfes gehören.


Ninh Binh und Umgebung


Entspannter ging es da in der sogenannten trockenen Halong-Bucht nahe Ninh Binh zu, welche der Halong-Bucht sehr ähnlich sieht, nur mit Reisfeldern und kleinen Flüssen anstelle des Meeres zwischen den „Inseln“. Hier habe ich eine beeindruckende Pagode (Bich Dong Pagode) besichtigt, welche zum Teil in die Höhlen eines Berges gebaut wurde, auf dessen Gipfel man Aussicht über die atemberaubende Landschaft der trockenen Halong-Bucht hatte. Ebenfalls in der Nähe von Ninh Binh gelegen ist Cuc Phuong, der älteste Nationalpark Vietnams.



Hier kann man neben riesigen bis zu 1000 Jahre alten Bäumen und Höhlen, in denen man auf riesige Insekten stößt, auch ein Rescue-Center besichtigen, in welchem hilfsbedürftige Lemuren gepflegt und wieder ausgewildert werden.


Studieren an der Vietnamesisch-Deutschen Universität


"Das Leben an der Vietnamesisch-Deutschen Universität gefällt mir sehr gut. In den kleinen Klassen ist die Atmosphäre viel familiärer als in Deutschland. Jeder kennt jeden und alle scheinen sich zu mögen.
In der Mittagspause geht der Übungsgruppenleiter gemeinsam mit uns Studenten essen und erzählt Anekdoten aus dem Uni-Alltag. Nachmittags hält das nahe der Uni gelegene Sportcenter viele Freizeitmöglichkeiten, wie ein Fitnessstudio und ein Schwimmbad bereit.

Und wer lieber draußen Sport treibt, kann im 500 Meter entfernten Park eine Runde um den See joggen. Dabei ist auch das Foto von mir entstanden."





Durch die Mangrovenwälder von "Monkey Island"

Sandra hat sich an ihrer Gastuniversität in Vietnam bereits gut eingelebt und viele tolle Ausflüge mit ihren vietnamesischen Kommilitonen unternommen:

"Zum Glück hatte ich nicht direkt Vorlesungen, sodass ich mich erst einmal ein bisschen einleben konnte und ein paar neue Freunde finden konnte. In der Hinsicht machen es die Vietnamesen einem echt leicht. Alle sind direkt sehr freundlich und lassen sich schnell für gemeinsame Aktivitäten wie Badminton spielen, schwimmen gehen oder auch gemeinsame Kurztrips nach Saigon und Umgebung begeistern. Aus diesem Grund habe ich bereits nach wenigen Wochen das aufregende Leben in Ho-Chi-Minh City, mit dem chaotischen Verkehr und der facettenreichen Architektur erleben können, die schönen Strände von Vung Tau bewundert und mich mit einem Boot durch die Mangrovenwälder von „Monkey Island“ (Can Gio) fahren lassen."

Hier findet ihr weitere Bilder von Sandras Ausflügen:



Zum Studium nach Vietnam


Unsere neue Globetrotterin Sandra hat in diesem Jahr ihr Bachelorstudium erfolgreich abgeschlossen. Ihr Masterstudium beginnt sie direkt mit einem Auslandsabenteuer und verbringt ein Semester in Ho-Chi-Minh-Stadt. Ihre Begeisterung für Südostasien hegt sie schon seit einigen Jahren:

„Nach meinem Schulabschluss war ich bereits für fünf Wochen in Kambodscha, wo ich an dem Projekt „Children´s Future International“ mitgewirkt habe. Aus diesem Grund kannte ich die Kultur und Lebensweise in Südostasien bereits. Der Aufenthalt in Kambodscha war auch ein Hauptgrund für die Entscheidung, in Vietnam zu studieren, da es mir dort richtig gut gefallen hat. Ein weiterer Grund war die perfekte Gelegenheit, an einer Uni mit deutschen Professoren und auf Englisch genau das studieren zu können, was ich für mein Nebenfach brauche. Die Entscheidung war also gefallen: Es geht nach Vietnam!“

Das Foto unten entstand auf einem ihrer ersten Kurztrips und zeigt die beeindruckende Skyline von Saigon:


Skyline Saigon