Lisa



Lisa

studiert in Bochum "IT-Security - Netze und Systeme" im Master. Sie wollte gern ins Ausland, um dort ihre Ausbildung in Informationssicherheit zu vertiefen.

So bewarb sie sich über das Erasmus-Programm in Gjøvik - und wurde angenommen. Das aktuelle Wintersemester verbringt sie in Norwegen.

Wir reisen von der RUB bis ans Ende der Welt
Globetrotter im Auftrag der Wissenschaft

Rückblick auf ein gelungenes Auslandssemester


Unsere Globetrotterin Lisa ist mittlerweile zurück in Deutschland. Rückblickend auf die vergangenen Monate in Gjøvik stellt sie fest:

"Insgesamt war es sehr einfach, nach Norwegen zu gehen und zurückzukommen. Außerdem habe ich während meines Auslandssemesters viele tolle Leute kennengelernt. Deswegen würde ich es jederzeit noch einmal machen und ich werde bestimmt auch gern nach Norwegen zurückkehren, um dort Urlaube zu machen und Freunde zu besuchen."




Couchsurfing in Stockholm und Kreuzfahrt nach Riga


"Gemeinsam mit einem Freund habe ich eine etwas längere Reise für 5 Tage unternommen. Mit dem Zug ging es nach Stockholm, wo wir mithilfe von Couchsurfing sehr interessante Menschen kennen lernen und bei Ihnen übernachten durften. Stockholm selbst haben wir an 2 Tagen in Ruhe erkunden können, um anschließend auf ein Kreuzfahrtschiff einzuchecken. Diese Kreuzfahrt nach Riga wurde von einer internationalen Studenteninitative in Skandinavien organisiert, was zur Folge hatte, dass das Schiff hauptsächlich von internationalen Studenten bevölkert war. Die Überfahrt wie auch der Aufenthalt in Riga war sehr schön und hat zu interessanten Bekanntschaften und Begegnungen geführt."



Städtereise nach Bergen


"Gleich zu Beginn meines Aufenthaltes habe ich ein Wochenende in Bergen verbracht. Die zweitgrößte Stadt Norwegens bietet neben wunderschönen Fjorden an der Westküste des Landes auch beeindruckende Wanderlandschaften mit Bergen und Hochtälern. Die Stadt selbst ist geprägt von der Seefahrt und hat traditionell eine sehr internationale Ausrichtung. Die Stadt konnte ich an meinem ersten Tag erkunden, wobei ich mich vor allem auf die Hafenbereiche und die dort entstandenen Märkte konzentriert habe. Am Abend fuhren wir mit einem kleinen Boot auf den Fjord hinaus um dort (leider vergeblich) einen Fisch zum Abendbrot zu angeln. Am Sonntag habe ich dann eine ganztägige Wandertour unternommen, bei der wir auf der Suche nach dem schönsten Blick auf die Stadt die Berge im Umkreis erklommen.

Für die Hin- und Rückfahrt habe ich einen Nachtzug der Bergenbahnen genommen, der -für Norwegen erstaunlich günstig- viele zusätzliche Leistungen wie gratis Kissen, Decken und Schlafbrillen anbietet."



Eingelebt in Gjøvik


"Ich wohne in einem möblierten Zimmer (16 m²) in einem Studentenwohnheim mit eigenem Bad und geteilter Küche. Miete und Nahrungsmittel sind deutlich teurer als in Deutschland. Vor allem die Preise für Luxusartikel wie Schokolade und importiere Güter sind aufgrund von hohen Steuern und Zöllen sehr hoch. Alkohol wird gesondert besteuert und Bier wird grundsätzlich nur bis 20:00 Uhr, samstags nur bis 18:00 Uhr verkauft. Hochprozentige Getränke werden nur in speziellen von der Regierung kontrollierten Geschäften verkauft. Dabei werden Getränke entsprechend ihres Alkoholgehaltes besteuert, sodass eine Flasche Wein für 15 – 40 Euro zu haben ist. Höherprozentige Getränke sind noch deutlich teurer. Dafür sind hier lokale Lebensmittel vergleichsweise günstig, sodass viele Mahlzeiten aus Fisch und Kartoffeln bestehen. Auch Waldbeeren in allen Formen stehen des Öfteren auf dem Speiseplan.

Während des Sommers geht die Sonne hier bereits um halb 4 auf und erst um 23:00 Uhr unter. Doch inzwischen sind die Tage sehr dunkel geworden, um Weihnachten herum gibt es hier weniger als 6 Stunden Tageslicht. Bereits jetzt ist die Temperatur um den Gefrierpunkt und das erste Mal geschneit hat es schon Mitte Oktober."



Ein herzlicher Empfang in Norwegen


"Gjøvik, die Stadt in der ich lebe, ist sehr klein, ihr Einzugsgebiet ist jedoch mehr als 600 km² groß und umfasst beinahe 30.000 Einwohner. Die "weiße Stadt" besteht hauptsächlich aus Einfamilienhäusern, die im bekannten skandinavischen Stil aus Holz gebaut und meist weiß gestrichen sind. Die Stadt ist an einem Hang neben dem Stausee Mjøsa gelegen, dieser See ist mit einer Länge von 117 km der größte Norwegens und einer der tiefsten in Europa. Am gleichen Ufer liegt die Nachbarstadt Lillhammer, die 1994 Standort der olympischen Winterspiele war. Aus dieser Zeit stammt auch die Gjøvik Olympic Hall, die als weltgrößte in Stein gearbeitete Halle als Freizeitzentrum dient.
Dort befinden sich unter anderem ein Amphitheater, das als Hockeyarena genutzt werden kann, ein Schwimmbad sowie eine Kletterhalle. Die Stadt bietet ein großes Einkaufszentrum, einen Bahnhof mit regelmäßiger Anbindung nach Oslo und vielfältige Freizeitgestaltungsmöglichkeiten.

Zu Beginn des Semesters wurden alle internationalen Studierenden vom Bürgermeister der Stadt persönlich begrüßt und zu einem Dinner ins Rathaus geladen. Hierarchien in Norwegen sind grundsätzlich deutlich niedriger als in Deutschland, sodass man sich mit seinen Fragen direkt an Professoren, den Rektor der Uni und sogar den Bürgermeister wenden kann."





Für ein Auslandssemester nach Gjøvik

Für Lisa hat das Abenteuer Ausland bereits begonnen. Sie schickt uns ihre ersten Eindrücke vom Studienalltag im Gastland Norwegen:

"Hier belege ich Kurse, die ich besonders interessant finde und die in Bochum nicht angeboten werden. Die Uni hier bietet viele zusätzliche interessante Angebote im Bereich Informationssicherheit wie z.B. ein neues internationales Labor und spannende Vorträge."



Studieren in Norwegen


"Studieren in Norwegen unterscheidet sich in vielen Aspekten von Deutschland. Zum Beispiel sind die Master-Kurse deutlich kleiner, so dass wir teilweise nur mit 3 Studenten in einer Vorlesung sitzen. Auch sind meine Kurse hier länger: 4-6 h im Vergleich zu 1,5 h in Deutschland. Der Unterricht ist dadurch deutlich intensiver und direkter, aber trotzdem zu schaffen. Ich belege 2-3 Kurse in jedem Quartal und schreibe Klausuren im Oktober und Dezember.



Die Uni ist sehr klein (nur ~3300 Studenten) und stark international ausgerichtet. Fast alle Kurse werden in Englisch angeboten und die Dozenten sowie die anderen Studenten sprechen sehr gutes Englisch. Auch der Kontakt mit anderen Norwegern läuft zumeist in Englisch, da die Sprache von fast allen hier auf einem sehr hohen Level gesprochen wird. Ich belege nebenher auch einen Norwegisch-Kurs."