Linda



ist 22, kommt aus Hagen und studiert in Bochum Sales Engineering and Product Management (SEPM) im 5. Semester.

Seit März studiert Linda nun in Buenos Aires, Argentinien, wo sie Land und Leute bereits kennen und lieben gelernt hat.

Wir reisen von der RUB bis ans Ende der Welt
Globetrotter im Auftrag der Wissenschaft

Abschied von Argentinien

„Die letzte Woche zurück in Argentinien habe ich mit Freunden verbracht! Ganz typisch argentinisch haben meine Freunde für mich am vorletzten Tag zum Abschied in Buenos Aires noch ein gemeinsames Asado veranstaltet und glücklicherweise einen sonnigen Tag an der Uni in Pacheco dafür erwischt. Der Tag war mit Abstand einer der emotionalsten und aufregendsten meines Lebens. Es war für mich offensichtlich, dass genau in diesem Moment ein wesentlicher, prägender Abschnitt meines Lebens vorbei geht und ich meine herzensguten, sehr lieb gewonnenen, argentinischen Freunde für wohl sehr, sehr lange Zeit nicht sehen werde.

Jederzeit würde ich die Chance nochmals genauso nutzen. Jede unbezahlbare Erfahrung, jede Sekunde des Auslandssemesters bringt einem so viel, denn man lernt nicht nur die Sprache, das Land und die Leute kennen, sondern vor allem sich selbst!“


„Dieses letzte Foto zeigt einige der liebsten Menschen in meinem Leben! Diejenigen, die mich seit Tag eins des Auslandssemesters begleitet haben, mich immer unterstützten und mir jede erdenkliche Hilfe zukommen ließen, ohne mich anfangs richtig gekannt zu haben. Dafür bin ich unendlich dankbar!“

„Unsere Erde hat so unfassbar Tolles zu bieten. Überall. Man muss sich nur trauen, den Schritt zu wagen und die Augen aufzuhalten, dann regelt das Karma den Rest! =) Und ehe ich mich versah war ich dann auch schon wieder zurück in unserem ( auch ) schönen Ruhrpott…“


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Von Buenos Aires nach Rio de Janeiro

"Nach allen Klausuren habe ich Anfang des Monats August meinen Leistungsnachweis bekommen, die letzten Dokumente erhalten und habe dann mein Auslandsstudium quasi abgeschlossen. Im Nachhinein bin ich überglücklich, zwei Studiengänge an der UTN gewählt haben zu dürfen, auch wenn es etwas mehr organisatorischen Aufwand bedeutete, weil die Kurse und Klausuren nicht aufeinander abgestimmt werden konnten. Trotzdem war es eine tolle Erfahrung und ich würde es immer wieder genauso machen.

Nach dem Ende der Vorlesungen und Klausuren hieß es dann endlich Urlaub machen: Während der ersten Augustwochen sind meine argentinischen Freunde und ich an sämtliche Orte von Buenos Aires gefahren, die ich noch einmal gerne sehen wollte. Wenn man weiß, dass man sich für sehr lange Zeit nicht oder vielleicht sogar nie mehr wieder sieht, nutzt man die Tage deutlich intensiver als sonst! Wir haben uns also oft zu Videoabenden getroffen, waren in den unzähligen, bekannten Cafés oder sind einfach in den zahlreichen angesagten Stadtvierteln unterwegs gewesen."


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"Mitte August besuchte mich dann mein schon lange herbeigesehnter Freund. Nachdem wir erst in Uruguay und dann in Buenos Aires die meisten mir bekannten Sehenswürdigkeiten, Märkte und Orte besichtigt hatten, ging es bis Ende August nach Rio de Janeiro, Brasilien. Eine wunderschöne Stadt, die man unfassbar gut auch auf eigene Faust erkunden kann!"

"Anders als erwartet fühlten wir uns sehr sicher in der Stadt. Wir sind, obgleich wir uns auch während der Abend- und Nachtstunden dort aufgehalten haben, glücklicherweise nie mit Kriminalität in Kontakt gekommen. Die Altstadt ist kunterbunt und hat eine ganz besondere Atmosphäre, was ich sehr mochte. Alles ist, wie auf dem Bild zu sehen, mit Wandmalereien verschönert und daher so speziell. An der Wand mit den Träumen konnte jeder mit Kreide seine eigenen Träume aufschreiben."

"An anderen Orten gab es Zitate an den Wänden oder Porträts. Vor dem Strand der Copacabana auf der Promenade waren bedruckte Bodenplatten inmitten der Pflastersteine eingelassen. Dort stand: „Halte hier. Schätze für eine Minute diesen Moment und lächelten.“ Diese Aufforderung hat mich sehr berührt. Die meisten Menschen die das gelesen haben standen dort tatsächlich einige Zeit und gingen danach nachdenklich-entspannt fort. Eine wirklich schöne Idee in einer coole, beeindruckenden Stadt in die ich auf jeden Fall noch einmal zurückkehren möchte."





Das Besondere an einem Auslandsaufenthalt...


"Der Juli begann mit einer vorlesungsfreien Woche in der ich in das Capital (Stadtzentrum von Buenos Aires) gezogen bin, darauf folgten dann zwei Klausurwochen und schließlich die lang ersehnten Ferien.

Der Monat war gesät von neuen, coolen Kinofilmen, die ich mittlerweile einwandfrei mit meinen Freunden auf Castellano sehen konnte und das ist eben das Besondere an einem Auslandsaufenthalt. Bei derartigen Kleinigkeiten merkt man besonders, wie schnell man dazu lernt. Was man vorher nicht verstanden hat oder noch nicht sprachlich umsetzen konnte, ist nach ein paar Monaten ein Klacks."


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"Innerhalb dieser Zeit fand auch zufällig der Copa America statt, ein für alle Argentinier wichtiges Ereignis. Es stand das Finale gegen Chile an und daher war klar, dass sich alle bei Freunden oder mit der Familie treffen. Bei einem typisch argentinischen „Asado“-Abendessen wird die Nationalmannschaft von ganzem Herzen unterstützt. So saß auch ich an dem Abend mit der Familie einer Freundin mitfiebernd vor dem Fernseher."




„Mitte/Ende Juli standen dann die Finales, also die Abschlussprüfungen an. Hierfür trafen wir uns nochmals in unseren Lerngruppen. Je nach Ergebnis der Zwischenprüfungen wurden einem entweder ein oder zwei Themen für die Abschlussprüfung vorgegeben. Direkt nach den Finales, oder zumindest am selben Tag, hat man glücklicherweise direkt seine Abschlussklausurergebnisse erhalten. Dann hieß es erstmal, mit Freunden das Ende des Semesters ausklingen zu lassen.“

„Da ja bereits tiefster Argentinischer Winter herrschte, fanden die meisten Feste und Geburtstage nicht wie üblich draußen, sondern drinnen statt. Man feiert bekanntlich alles hier in Argentinien. So auch den Tag der Freundschaft, an dem ich mich mit einer Gruppe von Freundinnen getroffen habe. Es ist eine süße Art der Tradition in Buenos Aires, wirklich jeden erdenklichen feierwürdigen Tag mit Freunden zu feiern. Genau so wird natürlich auch der Studienabschluss gefeiert. Hierbei werden die Studenten mit Mehl, farbigen Flüssigkeiten, Konfetti usw. von der Familie und Freunden „ geschmückt“….
Gebührend findet das Spektakel direkt vor der Uni statt und ist für alle ein Riesenspaß!“



Erst die Arbeit, dann das Vergnügen ;-)

„Der letzte Vorlesungsmonat oder vielmehr die letzten zwei Wochen, in denen man Vorlesungen besucht, standen an. Es hieß, die letzten Präsentationen zu halten und die zweite und letzte Zwischenprüfung vor den Abschlussprüfungen zu schreiben. Das kam alles in etwa zur gleichen Zeit und für mich sehr überraschend. Man ist ja gewohnt, am Ende eine Klausur oder begleitend Tests zu schreiben, aber hier sind die Prüfungen alle nah beieinander und da ich zwei Studiengänge studiere, musste ich öfters mal eine Prüfung tauschen, denn gelegentlich kam es vor, dass Prüfungen am selben Tag waren.

Nach den Zwischenprüfungen und der Vorlesungszeit ist es recht üblich, dies mit Freunden zu feiern und zusammen essen zu gehen. So war ich mit guten Freunden in einem der veganen Restaurants in meinem Lieblingsstadtteil Palermo und danach an einem Wochenende mit einer Freundin für einen Tag in Uruguay. Die Überfahrt mit dem Boot von Buenos Aires nach Uruguay dauert etwa eine Stunde, dann ist man in dem kleinen und hübschen Örtchen Colonia.
Am Ende des Monats gab es noch ein für die Argentinier recht wichtiges Ereignis, den Copa America, eine Fußballmeisterschaft. Und so habe ich oft innerhalb dieser Zeit die Abende/Nächte mit Freunden bei den Familien zuhause verbracht und mit geschaut.“


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News aus Buenos Aires


"Der Mai war zum Glück noch einigermaßen warm und so konnte ich das Capital (das Innenstadtgebiet) erkunden, war auf einer veganen Messe im schönen und sehr bunten Stadtteil Palermo und auf einer Designmesse. Es gibt unzählige Messen und Internetseiten, auf welchen man beste Informationen bekommt, wo und wann man welche Sehenswürdigkeiten, Veranstaltungen etc. besuchen kann. Da die Vorlesungen und auch die Klausuren immer abends sind, lässt sich jegliche Freizeitgestaltung gut mit der Uni und dem Lernen vereinbaren. So habe ich neben den Messen zahlreiche Shopping-Center besuchen können und noch ein bisschen die Stadt näher kennenlernen dürfen, bevor die Klausurphase startete.

Nach den ersten, glücklicherweise bestandenen Zwischenprüfungen hab ich mich sehr gut eingelebt und komme mit der Sprache sowie in der Uni immer besser zurecht. Mittlerweile hab ich die ersten Empanadas (eine Art Teigtaschen) selbst machen können. Da ich vegan lebe, musste ich mir das Rezept von Freunden umwandeln, da aber hier die meisten Familien keine Rezepte zum Kochen haben, sondern frei nach dem Motto „man hat die Zutaten aber die jeweilige Menge macht man einfach wie man mag“ kocht, konnte ich es dem gleich tun."







Kulinarische Genüsse und gute Stimmung

"Hier finden über das gesamte Jahr verteilt unzählige Messen statt.
Beispielsweise Feria Masticar (Foto rechts), wo ich mit meinen einheimischen Freundinnen gewesen bin. Das ist eine Messe, bei der es um kulinarische Genüsse geht (das Thema Essen ist für Argentinier SEHR, SEHR WICHTIG). Unter anderem sind dort die drei besten Köche Argentiniens anwesend. Das bedeutet, es gibt zahlreiche Stände, an denen man Sachen probieren kann, sich Essen kaufen oder sich schlichtweg über bestimmte Nahrungsmittel informieren kann. Obwohl ich vegan lebe, muss ich gestehen in Argentinien gut leben zu können. Es gibt einmal im Monat eine vegane Messe und zahlreiche Restaurants im Kapital, wo man hervorragend speisen kann. Leider ist es hier (abgesehen vom Kapital) noch nicht sehr verbreitet, vegan zu leben, aber es gibt viele Internetseiten auf denen man viele Tipps und Hinweise zu veganen Produkten finden kann. Viele Messen finden einmal im Jahr statt und sind ein großes Event. Dementsprechend gut ist dort auch die Stimmung.

Aus meiner Sicht herrscht hier aber allgemein eine extrem gute Stimmung. Wenn man durch die Straßen geht, hört man von überall Musik, es wird gerne mal über die Straßen rüber gerufen, um Freunde zu grüßen und an Wochenenden wird mit Freunden und der Familie ein Asado (Grillerchen auf Argentinisch) veranstaltet. Alles geht hier eher locker zu, ausgesprochen familiär und freundschaftlich."



Diese Stadt hat mehr als viel zu bieten!


"Man lebt sich recht schnell ein und es wird einem nie langweilig in Buenos Aires. An jedem Wochentag und auch an Feiertagen kann man etwas unternehmen. An den Wochentagen und Samstags ist alles geöffnet und es ist so gut wie 24 Stunden etwas los. Auch an Sonn- und Feiertagen gibt es immer irgendeine Veranstaltung, es hat irgendein Markt geöffnet oder man setzt sich einfach in einen der unzähligen Parks. Die Shopping-Centren, von denen es hier zahlreiche gibt, haben auch so gut wie immer geöffnet. Man kann sich demnach schonmal darauf gefasst machen, dass es neben der Uni sehr viel zu entdecken gibt. Man läuft also durch die Stadt von einem Fleckchen zum nächsten und sieht unzählige beeindruckende Sachen. Von der Uni aus kann man mit dem Bus überall hin fahren. Die Haltestelle ist direkt an der Uni und für ca 40 Cent kommt man in die Stadt."



Das Unileben in Buenos Aires

"Meine ersten Wochen hier vergingen wie im Flug! Ich studiere hier an einer der 29 Standorte der Universidad Tecnológica Nacional (UTN), der UTN Gral. Pacheco, einem Stadtteil von Tigre im Norden von Buenos Aires. Auf dem Unigelände (einen Teil sieht man auf dem Panoramafoto oben) wohne ich in einem der insgesamt drei Zimmer in dem Haus für Austauschstudenten. Das Foto entstand bereits in der ersten Woche. Ich kam an einem Sonntag an - zum Glück ohne Jetlag, obwohl ich insgesamt mehr als 20 Stunden im Flugzeug verbracht hatte. Anders, als Anfangs angenommen, ging die Uni direkt am Dienstag los."



Von Anfang an gut aufgehoben

"Das blaue Zeichen, welches auf dem Foto zu sehen ist, ist das Symbol der UTN, meine Uni für die nächsten Monate. Die Fakultät ist recht überschaubar und im Vergleich zur RUB sehr, sehr klein. Die Kurse umfassen in der Regel 20 bis 30 Studenten. Zur Zeit bin ich hier die einzige Austauschstudentin. Das hatte ich mir anfangs anders vorgestellt, aber mittlerweile kann ich sagen, dass es das Beste ist, was mir hätte passieren können. Denn so muss man quasi immer Spanisch sprechen. Alle meine Freunde hier sind Einheimische und ich durfte so sehr schnell das Land, die Leute, Traditionen etc. kennenlernen.
Die Menschen hier sind unfassbar herzlich, hilfsbereit, gastfreundlich und es wird einem vor allem in der Uni aber auch generell immer Hilfe angeboten."

Besonderheiten des Studiums

"Speziell an der Fakultät ist, wofür ich sehr dankbar bin und was ich sehr zu schätzen weiß, dass man, wenn man Glück hat, mehrere Studiengänge studieren kann (abhängig vom Semesterplan). Ich studiere hier Ingeniería Mecánica (Maschinenbau) und Licenciatura en Organización Industrial (in etwa wie Wirtschaftsingenieurwesen). Insgesamt nehme ich an vier Kursen aus verschiedenen Semestern teil, in denen man viele Gruppenarbeiten, Zwischenprüfungen und Abschlussprüfungen über das Semester verteilt hat. Im Gegensatz zur RUB finden fast alle Kurse im Zeitraum von etwa 18 Uhr bis 22/23 Uhr statt. Daran gewöhnt man sich aber nach einigen Wochen und mittlerweile sehe ich das als Vorteil an."


11.509 Kilometer entfernt von zu Hause...


...befindet sich unsere neue Globetrotterin Linda momentan. Buenos Aires in Argentinien hat sie für ihr Auslandssemester aus folgenden Gründen ausgewählt:

"Für mich war recht schnell klar, dass ich mein Auslandssemester in einem spanischsprachigen Land absolvieren möchte und auf jeden Fall in Süd- oder Mittelamerika.

Durch die RUB-Partnerschaften hatte ich die Wahl zwischen Mexiko und Argentinien und da ich Mexiko bereits kannte und der Reiz ein neues Land kennen zu lernen größer war, hab ich mich letztendlich für Argentinien entschieden.

Schon jetzt kann ich sagen, es war die beste Entscheidung die ich hätte treffen können. Also habe ich mich Mitte März auf den Weg in das Abenteuer begeben.
Über Puerto Rico und Panama ging es ab nach Buenos Aires, 11.509km entfernt von Zuhause."